575 km in 25 Tagen ohne Knieprobleme, eine Muskelentzündung oder ohne eine einzige Blase.

Das läuft man nicht einfach so. Nur habe ich den letzten 15 Jahren gelernt so zu laufen, dass ich heute über Stunden gehen kann ohne Probleme zu bekommen. Da ich aber auch das ganze Jahr über laufe, ist es für mich kein Problem bei extremer Kälte und großer Hitze zu gehen. Kälte fasziniert mich sogar noch mehr und da ich im Schwarzwald lebe, habe ich auch die Möglichkeit Höhenmeter zu laufen und hier gibt es so einige Steigungen. In den ganzen Jahren hatte ich nur eine Blase gehabt und danach nie wieder. Man kann die beste Ausrüstung und die bequemsten Schuhe haben, das wird Ihnen nichts nützen, wenn sie das laufen nicht trainieren. Sie müssen lernen mit der richtigen Schrittlänge zu laufen, zu wissen wie man die Schuhe richtig bindet, wie sie ihren Rucksack richtig aufsetzen und welche die richtigen Socken sind. Welche Einlegesohlen zu Ihnen passen. Sie müssen unbedingt lernen mit Stöcken zu laufen. Viele halten es für albern, oder finden es als störend. Das sind aber die, die auf dem Camino nach ein paar Tagen sich die Knie vor Schmerzen halten. Ich habe Pilger gesehen die kamen die kleinste Steigung nicht mehr hoch und das schon nach drei Tagen. Insgesamt müssen 11.900 Hm hinauf und wieder bergab bewältigt werden und die Aussage, "Ich treibe jeden Tag Sport", habe ich schon so oft gehört. Wenn ich aber die Frage stelle, haben sie auch einen Rucksack mit über 10 kg dabei auf dem Rücken? dann kommen immer lange Gesichter. Wenn sie ihren Sport machen, gehen sie danach nach Hause und machen es sich dann gemütlich. Auch wenn sie erst ab Leon laufen, haben sie immer noch fast drei Wochen vor sich. Wenn sie den Weg komplett laufen, brauchen sie sogar 5 Wochen bis Santiago und eine Woche zum runterkommen. Außerdem müssen sie in den Pyrenäen 1200 hm bewältigen.

Wenn sie zur falschen Jahreszeit über die Pyrenäen gehen, kann es sogar Lebensgefährlich werden.

Am Ende kommen dann noch einmal 2 – 3 schwere Bergetappen. Ich habe noch nie so viele Menschen mit Blasen gesehen, wie auf dem Camino und wenn sie denken so eine kleine Blase ist ja nicht so schlimm, dann täuschen sie sich. Wenn es ganz dumm läuft und nur noch das blanke Fleisch zu sehen ist, dann müssen sie im schlimmsten Fall abbrechen. Oder sie nehmen es in Kauf eine Blutvergiftung zu bekommen. Es gibt kaum einen der nicht humpelt, Knie Probleme hat oder mit Verspannungen zu kämpfen hat. Eine Folge davon ist wenn man den Rucksack falsch aussetzt. Muskelentzündungen sind auch ein großes Problem. So manch ein Pilger musste 3 Tage aussetzen oder abbrechen. Alles was ich hier erzähle, habe ich auch erlebt. Vieles lässt sich auch vermeiden, mit dem richtigen Training. Wollen Sie dass der Camino zum einmaligen Erlebnis wird, dann melden Sie sich und ich verspreche Ihnen wenn sie mit mir trainieren, dann wird es auch zu einen einmaligem Erlebnis.

Und unter uns, eine Blase hatte ich, aber die hatte ich schon seit meiner Geburt.